Senioren-Union fordert Zukunftssicherung des Pumpspeicherwerkes Niederwartha

Die Senioren-Union im Kreis Meißen fragte in ihrer Oktoberversammlung: "Das Pumpspeicherwerk Niederwartha (PSW NW) - zeitgemäß und gewollt?", und die Antwort heißt kurz und bündig: Nein und ja! Wohl wissend, dass diese traditionelle Anlage nicht dem für einen effektiven Betrieb erforderlichen technischen Stand entspricht und es einer Menge bürokratischer und organisatorischer Lösungen, vor allem auch finanziellen Aufwands, bedarf, fordert die SU, diesen flexiblen Energiespeicher für unsere Region wieder nutzbar zu machen - zum ersten Teil der Frage also das NEIN.

In einem lebhaften Diskussionsabend mit dem Dresdner Landtagsabgeordneten Lars Rohwer zur sog Energiewende und den zunehmend auftretenden Akzeptanzproblemen beim Netzausbau, bei der Energiespeicherung und bei der Umweltverträglichkeit, auch bei den sog. alternativen Energien, gewann das PSW NW zunehmend an Sympathie. Verkörpert es doch als erstes PSW Deutschlands mit einer Anfangsnennleistung von 80 Megawatt ein durchaus aktuelles und von der Bevölkerung uneingeschränkt akzeptiertes, vom Prinzip her heute besonders gefragtes Grundkonzept der Energiespeicherung - hier also ein JA dazu! "Wo gibt es denn sonst ein Kraftwerk, das bei der gesamten Bevölkerung uneingeschränkt akzeptiert wird?", so Rohwer. Immerhin erreicht man heute bei Pumpspeicherwerken Wirkungsgrade um 80%!



Um eine wirtschaftliche Betriebsführung zu erreichen, bedarf es jedoch unkonventioneller Entscheidungen und Maßnahmen in Wirtschaft und Politik - bis hin zu Gesetzesänderungen. Stabile Rahmenbedingungen sind zu schaffen. Netznutzungsentgelte und verordnete Umlagen, nach denen Pumpspeicherwerke für Pumpstrom zu zahlen haben, sind beispielsweise zu korrigieren, Anschaltungsgebühren zurückzunehmen, um Chancen im Wettbewerb zu ermöglichen. Das sollte doch möglich sein! Dann wären auch die Fragen der technischen Aktualisierung und Finanzierung im Rahmen der Energiespeicherung zu klären!

Das PSW NW könnte die Stromversorgung in der Region Oberes Elbtal, eine Notstromversorgung im Störungsfall sichern. Die SU ist der Meinung, dass dafür etwas getan werden muss!

Es ist in diesem Zusammenhang übrigens aufschlussreich und sehr interessant, sich im Internet einmal unter dem Thema Pumpspeicherwerk Niederwartha sowohl historische als auch technische Informationen anzusehen!

Dr.-Ing. Rainer Jork, Vors. der SU 16.11.14